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Abstrakte Kunst – Anders als Normal

Abstrakte Kunst lässt sich in zahlreiche Unterkategorien einteilen. Die wohl Bekannteste und weit Verbreitetste ist die Malerei. Neben Künstlern wie Piet Mondrian, Antonie Pevsner und Karl Otto Götz gilt Wassily Kandinsky als wohl berühmtester Maler abstrakter Bilder. Mit seinem Bild „Der Blaue Reiter“ erlangte er Weltruhm.

Abstrakte Kunst an sich – gerade im Bereich der Malerei – definiert sich dadurch, wie sehr das Bild einem reellen Abbild entfremdet wurde durch abstrakte Darstellungen. Unterteilt wird diese Kunstform in vier verschiedene Stilrichtungen: die expressive Abstraktion – für die Wassily Kandinsky bekannt ist – die geometrische Abstraktion – in der Mondrian und Malewitsch ihr Fachgebiet gefunden haben – die lyrische Stilrichtung sowie die konstruktiv-geometrische Richtung. Aus strengem künstlerischen Blickwinkel betrachtet ist sogar der Surrealismus eine Form der abstrakten Kunst.

Dass jedoch nicht immer weltbekannte Maler Erschaffer abstrakter Kunstgemälde sind, bewies im Jahre 1954 ein Schimpanse. Congo fertigte Gemälde an, die seitdem sogar in zahlreichen bekannten Galerien ausgestellt sind. Seit dieser Zeit existieren zahlreiche Bilder die von Nicht-Profis aus dem Bereich der Malerei erschaffen wurde. Immer wieder finden Projekte von Kindern, Tieren und auch „Geisteskranken“ ein Auge, das die Besonderheit in ihren Gemälden entdecken und so der abstrakten Malerei eine ganz besondere Art der Definition zuteil werden lassen.

Abstrakte Kunst an sich bezieht sich aber nicht nur auf Malerei. Auch Bildhauer und Musiker erschaffen immer wieder neue Werke im Bereich der „anderen“ Kunst. Im Bereich der abstrakten Skulpturen gibt es alles in allem auch wieder Unterkategorien wie z. B. Skulpturen aus der Natur, kinetische Skulpturen, Lichtskulpturen und mathematische Skulpturen – um nur die häufigsten Arten zu erwähnen. Auch hier bedeutet „abstrakt“ wieder der Realität entfremdet durch optische Veränderungen. Ob nun Stein oder Metall verwendet wird, der Künstler lieber mit Holz arbeitet oder doch ganz modern seine Figuren aus Plastik erstellt ist völlig irrelevant dabei.
Die Abstraktion – also das Besondere/Andere – spiegelt sich auch auf musikalischem Boden wieder. Je ausgefallener die Melodie, die verwendeten Instrumente oder auch die Kombination der einzelnen Tonlagen ist, umso abstrakter hat der Künstler sein Werk gestaltet.

Abstrakte Kunst lässt sich schließlich und endlich mit genau einem Wort definieren – anders. Anders als herkömmliche Kunst oder eben ganz besonders wird diese Kunstrichtung definiert und begeistert seit vielen hunderten Jahren Menschen aus der ganzen Welt. Vielleicht liegt es daran, dass die Gesellschaft strengen Richtlinien zu entsprechen hat und man sich durch gerade diese Abstraktion einmal von allem unterscheiden kann und trotzdem ganz und gar in der Gesellschaft anerkannt wird. Wer hätte damals gedacht, dass ein – ganz in Blau dargestelltes Pferd mit Reiter – irgendwann einmal als völlig normal gelten würde und zu einem der teuersten Gemälde der Malergeschichte zählen würde, denn schließlich und endlich ist ein „Blauer Reiter“ nicht das, was als normal bezeichnet wird.

Vielleicht sieht man die nächste Skulptur, der man beim Spaziergang durch einen Park begegnet nun einmal mit anderen Augen – denen des erschaffenden Künstlers.

Was genau ist eigentlich Kunst?

Will man den Worten von Oscar Wild Glauben schenken ist Kunst das einzig Ernsthafte auf der Welt, während der Künstler der ist, der nie ernsthaft ist.
Schon alleine aus diesem Zitat sieht man die Widersprüche, die sich in der Kunst verstecken. Während manche Menschen Künstler immer noch als Luftikusse bezeichnen, die nie wirklich arbeiten wollen und nicht ernsthaft daran interessiert sind ihr Leben in geordneten Bahnen zu halten, hat sich über hunderte von Jahren eine Kategorie eben dieser Künstler zusammen getan um immer wieder ständig neue und alte Kunstwerke zu erschaffen und zu huldigen. Kunst an sich ist in seiner Definition subjektiv.

Kunst ist das, was man selbst als Kunstwerk betrachtet. Für den einen ist das Bild der 3-jährigen Tochter Kunst auf höchstem emotionalen Niveau, während andere wiederum nur hochrangige Maler und Bildhauer als wahre Künstler bezeichnen.

Die Frage – Was ist Kunst? Kann im Allgemeinen also nicht zufriedenstellend beantwortet werden. Jeder, der sich mit der Kunstszene beschäftigt, muss dies für sich selbst beantworten. Kunst an sich hängt ja nicht immer nur mit Gemälden und Skulpturen zusammen. Auch Musik ist Kunst, und hier scheiden sich auch die Geister. Während die einen Beethovens Neunte als absolutes Kunstwerk bezeichnen ist für die anderen die neueste Heavy-Metal-Band  wahre Kunst. Sicherlich spricht man in beiden Fällen von Künstlern jedoch ist die Betrachtungsweise eine völlig unterschiedliche.
Kunst an sich ist also eine Definition des eigenen Geschmacks und der Art des Erkennens. Kunst hat ein nahezu unendliches Repertoire an Ausdrucksweisen und Darstellungsformen.

Um es mit den Worten von Wassily Kandinsky zu sagen „Die Kunst ist ein kompliziertes Phänomen“ das zwar keiner wirklich deuten kann und von unzähligen Emotionen abhängig ist, aber dennoch erfreut sie die Gesellschaft immer wieder schon seit hunderten und tausenden von Jahren und sicher noch viele tausende Jahre lang.

Alles in allem gilt, für Kunst muss man aufgeschlossen sein, egal in welchem Bereich. Nur dann erkennt man die wahren Hintergründe die der Künstler mit seinem Werk erreichen will und nur dann findet man Zugang zu den einzelnen Stilrichtungen und lernt die Kunstwerke richtig zu deuten. Die Kunst an sich besteht darin, ganz dem eigenen Eindruck zu vertrauen und Werke nach der eigenen Betrachtung zu beurteilen. Auch wenn diese entgegen der Meinung der Mehrheit vielleicht anders ausfallen könnte. Kunst ist eben, was man nicht erklären kann sondern selber sehen und fühlen muss.

Wie engstirnig dieses Urteil ausfällt oder nicht hängt zwar von den einzelnen Gesellschaftsschichten ab, insgeheim aber tatsächlich von der Betrachtungsweise eines jeden einzelnen. Was Kunst also letztendlich ist, kann zwar in jedem Wörterbuch nachgeschlagen werden, aber tatsächlich nie wirklich definiert werden.