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Tattoos sind die moderne Kunst der Neuzeit

Dass jede bildende Kunst als Kunstwerk bezeichnet werden kann ist hinlänglich bekannt. So sind zum Beispiel die schrägsten Künstler der heutigen Zeit die Tätowierer. Sie erstellen Kunst am menschlichen Körper. Wie weitreichend dies sein kann wird jedes Jahr auf zahlreichen Ausstellungen und Messen zur Schau gestellt. Durch Punktieren der Haut mit Farbe wird permanent ein Bildnis am Körper erstellt das durchaus auch als Kunst bezeichnet werden darf. Unterschiedliche Arbeitstechniken bringen hier ganz besondere Bilder zum Vorschein. So werden manchmal verschiedene Farben zum einfärben verwendet, während ein anderes Motiv ausschließlich mit nur einer Farbe gestochen wird. Jede zusätzliche Farbe würde Unruhe in das Bildnis bringen. Die Kunst des Tätowierens besteht also darin, genau zu erkennen, welches Motiv für welche Person am besten geeignet ist und wie es gestochen werden muss.

Moderne Kunst an sich stößt immer wieder auf Neider und Widersprüche. Gerade in der Branche der Tätowierer ist dies ganz besonders zu erkennen. Einige sehen einen über und über mit Tattoos versehen Körper als lebendes Kunstobjekt an, während andere ihn niemals in eine Bank hinter den Bankschalter stellen würden. Hier zeigt sich ganz deutlich wie sehr sich die Geister im Bezug auf moderne Kunst scheiden.

Shelley Jackson ist eine amerikanische Künstlerin, die eine Geschichte aus 2095 Wörtern verfasst hat, welche nicht gedruckt wird wie man es eigentlich von literarischen Werken erwartet. Sie sucht freiwillige Personen, die sich diese Geschichte tätowieren lassen. Dabei soll jede dieser Personen sich nur ein Wort tätowieren lassen. Alle zusammen verbindet dann diese Geschichte.

Man sieht, es müssen also nicht immer Motive und Bilder tätowiert werden um als Kunst angesehen zu werden. Tätowierungen bzw. der Berufsstand der Tätowierer zählen somit auch zur künstlerischen Kategorie. Auch wenn ein bereits vorgegebenes Bild auf den Körper gebracht wird ist das Ergebnis im Endeffekt künstlerisch dargestellt. Die meisten Tätowierer zeichnen auch eigene mitgebrachte Kunstwerke der Kunden auf deren Körper. Somit hat jeder, der sein eigenes Motiv entworfen hat, seine künstlerische Ader entdeckt und versucht eine Geschichte oder ganz besondere Momente mit der eingeritzten Kunst zum Ausdruck zu bringen.

Die Zahl der Freiwilligen, die sich tätowieren lassen und ihren Körper verschönern lassen wollen stieg in den letzten 20 – 30 Jahren enorm an. Während zwar immer noch die meisten sich in der Altersklasse der 20  bis 35-Jährigen befinden, entdecken aber immer mehr jüngere und auch ältere Menschen ihr Fable für diese Art der Körperkunst.
Es muss ja nicht gleich der ganze Körper sein der tätowiert ist. So gibt es aber einen Mann aus Australien, der 98 Prozent seiner Haut tätowiert hat. Wie er in Interview immer sagt erzählt jedes Tattoo seine ganz eigene Geschichte. Er gilt als wandelndes Kunstwerk in der Tätowiererszene.